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Letzte Änderung: 21.3.2008


Buchbesprechung
Kluge, Bernd:
Numimatik des Mittelalters.
Band 1: Handbuch und Thesaurus und Nummorum; Berlin/Wien 2007
511 Seiten mit 88 Tafeln .
Herr Kluge schreibt auf den Seiten 18 ff Zu diesem Buch:
"Dieses Buch möchte eine handliche zusammenfassende Darstellung sowohl der Münzentwicklung, der Geldgeschichte als auch der Grundlagen, Methodik und Literatur der Numismatik des Mittelalters bieten. Den Mangel einer solchen Darstellung hat der Verfasser seit seiner Studentenzeit empfunden und möchte ihm nun, fast am Ende seines Berufslebens, abhelfen. Das Buch ist als Handbuch und Nachschlagewerk für den Historiker und Numismatiker sowie als Lernbuch für Studenten und Münzfreunde konzipiert.
   Es geht in seinem Textteil auf meinem Vorlesungszyklus 1998-2000 an der Humboldt-Universität zu Berlin zurück. In Vorbereitung der 2006 eröffneten neuen ständigen Ausstellung des Münzkabinetts im Bode-Museum ist der Thesaurus nummorum entstanden. In dieser Ausstellung sind etwa zwei Drittel der in diesem Buch abgebildeten Münzen im Original zu sehen. Das Buch ist daher in seinem Bildteil gleichermaßen ein Gang durch die europäische Münzgeschichte des Mittelalters wie durch die Berliner Ausstellung.

(...)

   Der methodische Teil konnte einerseits knapp gefasst werden, da hierzu in Robert Göbls Numismatik (1987) wie Antiker Numismatik (1978) vieles ausführlicher nachgelesen werden kann. Andererseits war in manchen Punkten, die bei Göbl nicht oder in anderer Sichtweise behandelt sind, größere Ausführlichkeit notwendig. Auch sind selbstverständlich alle für das Mittelalter anders als in Antike und Neuzeit zu betrachtenden Fragen breiter dargestellt.
    Der geldgeschichtliche Teil konzentriert sich auf eine numismatische Geldgeschichte und innerhalb dieser auf die Grundlinien. Obwohl der Numismatiker mit seinen Mitteln und Methoden nur bedingt Geldgeschichte betreiben kann, kommt er für das frühe und hohe Mittelalter nicht umhin, in die Rolle des Geldhistorikers zu schlüpfen, da Historiker dieses Feld als Ganzes (mit Ausnahme von Peter Spufford) bisher kaum oder noch schlechter ausgefüllt haben.
   Die Textanteile innerhalb des Numismatischen Kompendiums versuchen der Münzproduktion und münzgeschichtlichen Bedeutung der einzelnen Zeitabschnitte, Länder und Regionen einigermaßen gerecht zu werden. Für die umfangreichere Behandlung Deutschlands ist nicht in erster Linie die Nationalität des Autors, sondern die besondere numismatische Vielfalt der deutschen Territorien des Mittelalters verantwortlich. Außerdem fehlt eine brauchbare Gesamtdarstellung, wie sie für meisten europäischen Staaten inzwischen vorliegt, für Deutschland aber wohl in absehbarer Zeit noch nicht erwartet werden kann.

   (...)."
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