Im Blickpunkt

DGMK-Deutschen Gesellschaft für Medaillenkunst
Rossen Andreev
"Jahresmedaille", 2019, Bronze, ca. 85 x 67 x 16 mm

 
 



MÜNSTER-MEDAILLE von Rossen Andreev

Mehr Relief geht nicht: 4 bis 33 mm Dicke! Wirklich ein Klopper, wie der Medailleur selbst schreibt: 110 mm Durchmesser bei 1,120 kg Gewicht. Aber er wisse nicht, wie sie angenommen werde, diese Jahresmedaille, weil sie etwas aus der Reihe tanzt. Die Entscheidung darüber liegt nicht bei ihm. Die DGMK-Jahrestagung in Münster bietet Gelegenheit, den Raum, den die Medaille ins Rund bannt und dabei hoch aufsteigen lässt, im Original zu erleben - und beides miteinander zu vergleichen. Es ist das Foyer des LWL-Museums für Kunst und Kultur/Westfälisches Landesmuseum im Zentrum Münsters, direkt gegenüber dem St.-Paulus-Dom. Das Foyer, 14 m hoch, ist das Herzstück des 2014 eröffneten Museumsneubaus, der sich mit dem Neorenaissance-Altbau von 1908 spannungsreich verbindet. Errichtet von Staab Architekten, Berlin, wurde er 2018 mit dem Deutschen Städtebaupreis ausgezeichnet. Das Foyer ist einer von vier Höfen, öffentlichen Räumen als Teil des öffentlichen Raumes; es zeichnet sich durch reduzierte, klare Formen aus, was eine intensive Raumwirkung erzeugt. Aus der Reihe tanzt die Münster-Medaille Rossen Andreevs mit Blick auf sein Ĺ’uvre allerdings nicht. Es ist umfangreich und vielfältig an Sujets, lässt seit langem aber eine charakteristische Handschrift erkennen. Ausdrucksstärke und Detailversessenheit, Experimentierfreudigkeit und dabei meistens Schwergewicht machen seine Stücke im Spektrum der zeitgenössischen Kunstmedaille außergewöhnlich.


Beschreibung von Stefan Kötz - Münster. 7. September 2019